Chronik des Kleingärtnervereins Alsbroich e.V.

1920 hatte der damalige städtische Gartendirektor Felix Hartrath die Grün-dung eines Schrebergartenvereins angeregt, der lebhaften Zuspruch erfuhr. Das Gelände befand sich überwiegend in Alsbroich, also innerhalb des Stadtgebietes. Die Geburtstunde unseres Kleingartengeländes waren die schlechten Jahre nach dem 1. Weltkrieg. Unsere Vorgänger began-nen, das sumpfige Alsbroich urbar zu machen, in dem Bäume gefällt, Wurzelstöcke gerodet und so die ersten Gärten angelegt wurden. Die Anlage Alsbroich mit Rosengarten und Rohrmühle zählte 1923 nicht weniger als 420 Mitglieder. Noch heute ist der Kleingärtnerverein Alsbroich der mitgliederstärkste Verein im Kreisverband ¹. Im Jahre 1922 gründete sich der Schrebergartenverein M. Gladbach e. V., der heutige Kreisverband, und die damaligen Kleingärtner aus Alsbroich schlossen sich diesem an. Zunächst gab es nur den ganz lockeren Zustand der Vereinsführung, die meisten Leute kannten den Vorstand nicht. Man wusste nur, wohin die Pacht zu zahlen war. Mit Vereinswesen hatte man nichts zu tun, deshalb gibt es aus dieser Zeit keine genaueren Aufzeichnungen und es ist unmöglich, genauere Aufzeichnungen aufzu-treiben.. Es gab zu der Zeit auch kein System in der Wegeführung oder im Lauben-bau, wichtig war nur einen Schuppen, um die Gartengeräte unterzubringen. Ein geregelteres Vereinsleben kam erst auf, als in Deutschland alles gleichgeschaltet wurde. 1935 wurde dann aus der „Gartenabteilung Alsbroich“ der

„Kleingärtnerverein Alsbroich e.V.“

Nach dem 2. Weltkrieg waren die Gärten lebenswichtig; jedes Eckchen im Garten wurde für den Gemüse und Obstanbau genutzt, um den eigenen Bedarf zu decken und evtl. etwas zum tauschen zu haben. Rasen gab es noch keinen. Man konnte in diesen mageren Jahren so viel selber ziehen. Noch Anfang der 50 er Jahre hatte die Anlage 297 Gärten, alleine der heutige Weg 10 zählte 82 Gärten. Weg 10 hatte die Unterteilung in Wege 10 a bis 10 f mit insgesamt vier Gartenwarten. Nach und nach wurden in diesem Bereich von der benachbarten Textilindustrie Ansprüche an Flä-chen laut, und da im Bebauungsplan die Anlage noch nicht als Daueranlage vorgesehen war, gingen so in mehreren Etappen viele Gärten in den Wegen 10 und 12 verloren. Als ein großes Problem erwies sich auch ein Wohnhaus sowie eine Gärtnerei mitten in der Gartenanlage im Bereich des heutigen Weges 20. Deshalb konnte die Gartenanlage, wie üblich, keine geschlossene Anlage werden. Die alten Mitglieder können sich vielleicht noch an das Tor mit dem Drehkreuz hinter der Gärtnerei erinnern. Später kamen diese Grundstücke in städtischen Besitz und so konnte ein Teil der Gartenfreunde aus Weg 10 im Jahre 1986 dorthin umsiedeln. Nach 1950 entwickelte sich die Gemeinschaft der Gartenfreunde langsam zu einem wirklichen Verein mit gemeinsamen Veranstaltungen wie Tanz in den Mai, dem Gartenfest, das heutige Sommerfest, gemeinsamen Bus-fahrten zu Bundes- und Landesgartenschauen, Erntedankfest und Weihnachtsfeier u.a. Bei den Gemeinschaftsarbeiten lernte man sich besser kennen, insbesondere bei der Gestaltung des Vereinsplatzes mit einem Festzelt und später dem Bau des Vereinshauses . Ursprünglich hatte es auf den einzelnen Wegen nur Pumpen gegeben, die jedoch trocken fielen, als die Textilindustrie mehr Wasser benötigte und ihre Brunnen vertiefte, zudem Rheinbraun Grundwasser abpumpte. Erst hatte man danach die einzelnen Wege mit einem bis zwei Wasseranschlüssen versorgt, jedoch sorgte diese Methode für ständige Reibereien, da einige Leute mehr Wasser brauchten als andere. Ab 1969 begann man mit der Elektrizifierung der Anlage, nach dem in den Jahren zuvor für das Gartenfest (Sommerfest) für ein bisschen Be-leuchtung und zwei Kühlschränken über eine normale Verlängerung der Verein Strom von der Fa. Niessen erhielt. Durch Gfd. Clemens Kaisers, der bei den RWE beschäftigt war, kam der Verein an Strommasten und Freileitungsmaterial, so daß in Gemeinschaftsarbeit erst einmal der Verein einen Stromanschluß bekam und später auch die Gärten. Jedoch wurde wegen der Sicherheit (Obstbäume !) schon bald damit begonnen, anstatt Freileitung Kabel zu verlegen. So wurde beschlossen, in jeden Garten einen Wasser - und Stroman-schluß mit eigenen Zählern zu legen. Zur besseren Begehbarkeit bei schlechtem Wetter wurden die Wege in Gemeinschaftsarbeit mit Platten belegt, wobei die einzelnen Wege ihre Platten durch eine Anliegerumlage selber bezahlten. Auch der Vereinsplatz wandelte sich. Anstelle des bei einem Gewitterre-gen zusammengebrochenen Festzeltes wurde mit dem Bau des Vereinshauses begonnen ². Der seitlich auf dem Vereinsplatz stehende, aus den 50 - er Jahren stam-mende, langsam baufällige Wellblechschuppen zur Unterbringung von vereinseigenem Werkzeug und Material und dem Verkauf von Torf und Sämereien wurde durch zwei Gebäude in Laubengröße ersetzt. Das Eine, auf dem Platz des alten Schuppens stehende, dient als Lager für Geräte und Werkzeuge, in dem Anderen wurde das längst fällige Vereinsbüro untergebracht und eine behindertengerechte Toilette, speziell für Rollstuhl-fahrer. Zu erwähnen ist auch, dass jährlich außer der Gartenbewertung auch eine Prämierung des schönsten Weges mit einem Wanderpreis stattfindet. Zur Sicherheit (Einbrüche) wurden ab 2002 Stabgitterzäune anstelle der Maschendrahtzäune in Eigenleistung gesetzt. Für schöne Stunden auf dem Vereinsplatz wurde ein großer Pavillon gebaut, in dessen Dach Material zum Schmücken je nach Jahreszeit gelagert ist.
In 2006 wurde ein Schulgarten eingerichtet, der durch die Grundschule Untereicken genutzt wurde. Dank des unermüdlichen Einsatzes der 1. Vorsitzenden Frau M. Floer bekam der Verein günstig ein Blockhaus für den Schulgarten.
Im Mai 2009 wurde endlich der Spielplatz eröffnet, für den ein Teil des Vereinsplatzes abgetrennt wurde.
Auch wurde 2010 ein zur Verpachtung anstehender Garten in Weg 09 zu einem Interkulturellen Garten umgewandelt, d.h. der 400 m² große Garten wurde von der Familienbildungsstätte Mönchengladbach gepachtet und in kleinere Parzellen unterteilt. Diese werden an verschiedene Familien zur Bearbeitung weitergegeben.
Auch die Anlage hat sich heute von reinen Nutzgärten zu Freizeitgärten mit Nutzteil gewandelt, wie es Sinn des Kleingartenwesens ist. Daraus ist ersichtlich, dass die Stadtbewohner ihr kleines Stück Grün notwendig brauchen.
Zum Schluß dieser Chronik sollen auch die Leute namentlich erwähnt werden, die das Vereinsschiff seit der Gründung geführt haben:Alle 1Vorsitzende(r)

Franz Köster und Wolfgang Straka 1977 - 2013

¹ Quelle: Recherchen aus der Mönchengladbacher Chronik ab 1900
² siehe auch gesonderten Bericht